Ökumenische Sozialstation
Grünstadt e. V.

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Gemeindeschwestern und Krankenpflegevereine

Vorläufer der Ökumenischen Sozialstation Grünstadt

Unsere Vorläufer blicken auf eine mehr als 100-jährige Tradition der kirchlichen Gemeindekrankenpflege zurück, stellvertretend hierfür, zwei Beiträge:

100 Jahre St. Vincentius-Verein Grünstadt

Am 11. September 1898 wurde im Konventsaal der Pfarrgemeinde St. Peter der St. Vincentius-Verein Grünstadt gegrün-det. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen "für eine Station barmherziger Schwestern zur ambulanten Kranken-pflege" sowie zur Führung einer Kinder- und Handarbeitsschule. Dieses caritative Engagement stand in der Tradition des Hl. Vinzenz von Paul, der im 17. Jh. in Frankreich eine Schwesterngemeinschaft zur Betreuung armer Kranker und ein Werk für Waisenkinder gründete. In seinem Geist rief der Pirmasenser Pfarrer Paul Josef Nardini 1855 die Gemeinschaft der "barmherzigen Schwestern" ins Leben - später "Mallersdorfer Schwestern" genannt. Auch sie widmeten sich der Krankenpflege und Kinderbetreuung. Nachdem das Kgl. Bezirksamt Frankenthal das Institut genehmigt hatte, kamen am 19. November 1900 die ersten drei Schwestern nach Grünstadt und bezogen das Haus in der Berggasse 21.

Bereits 1903 wird eine vierte Schwester für die Kranken-pflege in Mertesheim angefordert. 1905 ziehen die Schwes-tern in die Neugasse 25. Unter großen finanziellen Opfern der Vereinsmitglieder wird die Station ausgebaut. Auch aus Sausenheim, Neuleiningen, Kleinkarlbach, Maihof, Wattenheim, Bockenheim und Heidesheim treten Mitglieder ein. 1913 kommt eine fünfte Schwester dazu. Der Chronist be-richtet, "dass unser Schwesternhaus eine gern besuchte Stätte des Friedens, der Belehrung und des Trostes geworden ist".

Der Jahresbericht 1957 mag beispielhaft zeigen, was unsere Schwesternstation in den vergangenen Jahrzehnten leistete: "Der Verein hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr in Grün-stadt 308 Mitglieder...327 Kranke wurden von den Krankenschwestern betreut. 20 Nachtwachen wurden gehalten. Besuche unter 1 Std. waren es 3456, über 1 Std. 164... Unentgeltlich wurden 4 Kranke gepflegt. In den Filialen Mertes-heim, Asselheim, Albsheim und Mühlheim hatte der Verein 81 Mitglieder. 224 Kranke ... wurden gepflegt. Besuche unter 1 Stunde 20. 5 halbe und 22 ganze Nachtwachen wurden gehalten... Dienstleistungen im Schwesternhaus waren es 50. Unsere Nähschule wurde durchschnittlich von 20-30 Schülerinnen besucht. 70-80 Kinder besuchten den Kindergarten. Allen Schwestern sei für ihre aufopferungsvolle Arbeit besonders gedankt."

1960 ziehen die Schwestern nach entsprechenden Umbau-maßnahmen ins alte Kloster und Pfarrhaus in der Obersülzer Str. 1. Am 2. November 1978, 80 Jahre nach Vereinsgründung, tritt die Generalversammlung des St. Vincentius-Vereins einstimmig der Ökumenischen Sozialstation bei und übernimmt mit die Trägerschaft dieser Vereinigung, die sich ihrerseits am 12. Dezember 1978 im katholischen Pfarrheim Grünstadt konstituiert - am selben Ort, wo sich 80 Jahre zuvor der St. Vincentius-Verein gründete.

In den vergangenen 100 Jahren sind 37 Mallersdorfer Schwestern nach Grünstadt gekommen; 8 Oberinnen haben die Station geleitet - seit 1983 Sr. Marzella. 9 Vorstände führten den Verein - seit 1939 die jeweiligen Pfarrer. Heute zählt unser Verein ca. 330 Mitglieder aus Grünstadt, Assel-heim und Mertesheim. In der am 24. März 1998 neuge-fassten Vereinssatzung ist dessen Zielsetzung so definiert: "Der Kath. Krankenpflegeverein dient in Grünstadt und Mertesheim der ambulanten Kranken-, Alten-, Haus- und Familienpflege. Der Satzungszweck wird insbesondere ver-wirklicht durch die Beschaffung von Mitteln für die Ökumenische Sozialstation in Grünstadt. Er steht der gesamten Bevölkerung im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Verfügung. Daneben ist er Träger des Kath. Kindergartens Grünstadt und des kath. Schwesternhauses."

Unsere Mitglieder tragen in solidarischer Gemeinschaft das caritative Engagement unserer Kirchen für Kranke, Pflege-bedürftige und Kinder mit. Sie setzen so das Werk fort, das die Gründungsväter vor 100 Jahren hier begonnen haben. Sie leisten ihren Beitrag zur Erhaltung unserer kleinen Schwesternstation. Sie schaffen mit die Rahmenbedingungen für die Arbeit unseres Kindergartens. Und sie tragen dazu bei, dass unsere Ökumenische Sozialstation mit ihrem qualifizierten Personal pflegebedürftigen und kranken Menschen zu Hause ambulante Hilfe anbieten kann.

Pfarrer und Vereinsvorsitzender

- Martin Tiator -

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